Schäferhunde litten wegen Stress unter Nachbarn

Cambs - Die Hundehölle, wie die Bild-Zeitung die Zwinger auf dem Gelände eines ehemaligen Ferienlagers in Langen Brütz bei Cambs betitelte, war das gestern nicht, was Tierschützer bei der groß angelegten Rettungsaktion vorfanden. Zwar mussten drei der 21 Schäferhunde in eine Klinik, den übrigen Tieren geht es trotz der katastrophalen Umstände, unter denen sie seit Wochen lebten, relativ gut. Schuld an der ganzen Sache scheint auch nicht der Besitzer der Hunde, der 46-jährige Burkhard Krause, zu sein, der von Tierschützern heftig beschimpft worden war.

Die Geschichte ist komplizierter. Krause züchtet seit Jahren Schäferhunde auf dem verlassenen Gelände. Im Dorf störte sich niemand daran, Krause habe die Tier im Griff hieß es, und er kümmere sich um sie. Doch vor zwei Jahren wurde das Gelände verkauft. Einige Monate ging alles gut, der Mann durfte mit seinen Hunden bleiben. Doch später gab es Ärger. Der neue Besitzer beschwerte sich beim Veterinäramt, das jedoch bei einer Kontrolle Krauses Hundehaltung für gut befand. Dann eskalierte die Situation. Krause bekam Hausverbot und konnte seine Hunde nicht versorgen. Nachts stieg er heimlich über den Zaun und warf Fleisch in die Zwinger. Doch das konnte nicht lange gut gehen. Die Zwinger verdreckten, die Tiere hatten nicht genügend Auslauf und der neue Besitzer irgendwann genug Argumente, um die Tierschützer aufmarschieren zu lassen. "Und zwar nur, um Herrn Krause loszuwerden", so Reinhold Kassen von der Tierhilfe Strasburg.

Die ganze Geschichte ist für Astrid Fritz vom Tierheim Dorf Mecklenburg ziemlich nebensächlich. Fünf Hunde nahm sie gestern mit. "Die werden erst einmal gewaschen und untersucht." Und irgendwann einmal, wenn der Streit geklärt ist, auch vermittelt. Denn Burkhard Krause kündigte gestern an, dass er seine Hunde wiederhaben wolle. "Ich bin auf der Suche nach einem Gelände." proch

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